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Einen Adventskranz mit 24 Kerzen…

2. Dezember 2019

…den wollte ich schon immer haben. Ich weiß gar nicht mehr, wo ich solch’ einen Kranz zum ersten Mal gesehen habe. Aber ich fand diesen Kranz wunderbar und in diesem Jahr lief mir das Modell in einer recht preisgünstigen Variante über den Weg.

Witzig: Ich war mit meiner *ersten* Stempelfreundin Heidrun unterwegs und wir beide quietschten wie die Teenager…Iiiiieeeks!! SO einen wollte ich schon immer haben!!!! War nur ein bisschen peinlich im Geschäft, aber die Verkäufern sah es gelassen!

Die Meinungen über den Kranz gehen hier auseinander, es teilen sich zwei Lager: Die männlichen Familienmitglieder stehen anscheinend mehr auf den Klassiker mit den vier Kerzen. Und Zugegeben, ich schätze Markus hätte den Kranz auch nicht so toll gefunden, aber er hätte nichts gesagt, und gewusst: ach, das ist sowieso nur ein Jahr lang total angesagt, im nächsten Jahr will sie eh wieder einen stinknormalen.

Hehe. Ja. So sieht es tatsächlich aus!

Ach der Schatz. Es ist erstaunlich, wie er nicht nur der Familie fehlt. Heute war ich im Betrieb um die letzten Formalitäten zu erledigen. Sein Teamleiter hat den Schlüssel für die Bimm(unser Wort für Straßenbahn) abgenommen, Bonrollen und Wechselgeld, sowie Namensschild und Co. eingesammelt.

So hatte ich die Gelegenheit, mich bei dem Team der BoGeStra zu bedanken, welches sich nach dem Tod als einen äusserst netten und feinfühligen Kontakt erwiesen hat.

Obwohl der Schatz ein ruhiger Typ war, er muss aufgefallen sein. Wie sagte sein Teamleiter: Irgendwie fehlt er.

Da hat er recht!

Natürlich fehlt der Schatz. Wer bringt in windeseile Girlanden und Lichterketten an? Wer besorgt die Weihnachtsgeschenke? Wer stellt die Keksauswahl zusammen? Wer stellt den Baum auf und macht diese blöde Lichterkette da rein?

Bei diesen Arbeiten fehlt aber nur die Person, die das erledigt hat…richtig? Wie ich gestern schon geschrieben habe, ich liebe die Adventszeit. Und die Weihnachtszeit tut mir gut. Ich liebe die Lichter, den Glitzer, die Erinnerungen. Von Kindheit an bis heute. Es macht mich (Gott sei Dank!) nicht schwermütig, diese Zeit gibt mir auch unwahrscheinlich Kraft!

Was aber so richtig knallt, das sind die kleinen Dinge, wie die obige Karte, die meine Freundin Simone da gerade liest. Die habe ich in den Schubladen beim Aufräumen, bzw. Suchen nach diesen Kugelaufhängern gefunden(nebst einer Karte von meiner Oma in der noch das Geld war! ;o)

Ich hab sie gelesen, gelacht, geweint, wieder gelacht und das Herz wollte platzen, denn der Schatz konnte wunderbar Liebeserklärungen schreiben.

Und ich fragte: Simone möchtest du diese Karte lesen?(dieKarten waren übrigens vier Jahre alt)

Ud sie: Neeeein…das ist privat…oder…nee, ach, ich weiß nicht und dann: ach komm, gib her und ihr könnt euch sicher denken, warum man meine Freundin nicht auf dem Foto sieht: Wir haben beide Rotz und Wasser (sagt man hier so!)geheult und gelacht.

Es war so schön. Es tut weh, aber es war schön.

Alle da draussen, die ihr einen geliebten Menschen verloren habt: Es tut weh. Aber es sind die schönen Erinnerungen die euch weinen lassen! Lacht, erinnert und freut euch(ihr wisst was ich meine, wir klatschen jetzt nicht in die Hände!)! Nehmt die schönen, bittersüßen Erinnerungen an. Es ist ein Geschenk, dass wir uns erinnern können und wir durch den Verlust nicht vergessen!

Täglich wird man hier und da erinnert. Und das ist gut so.

Alles andere wäre falsch, wenn man jemanden geliebt hat.

15 Comments

  1. Gitta

    2. Dezember 2019 at 22:55

    Liebe Jenni,
    Weihnachten wird es 5 Jahre sein das unser geliebter Sohn gestorben, im letzten Jahr dann mein Papa (immer Weihnachten). Bis heute kann ich keinen Weihnachtsbaum bei uns aufstellen, aber die Deko im Advent. Weihnachten feiern wir seit dem Tod von Joshi vei meinem Bruder oder mit der Familie meines Mannes. Das ist such schön für uns. Die Erinnerungen bleiben immer, aber man lernt auch das Leben ohne den geliebten Menschen.
    Gitta

  2. Judi

    2. Dezember 2019 at 22:58

    Sending hugs. Two of my friends here lost their husbands, one in June from cancer and the other in November from a car accident. I’m sure these first holidays without them will be very hard. Laughing and crying are very necessary

  3. Manuela Vigneron

    3. Dezember 2019 at 04:26

    Liebe Jenni, du schreibst so schön. Da geht einem das Herz auf. Liebe Grüße von Manu

  4. gelik

    3. Dezember 2019 at 05:39

    Hach ja …ein schöner Kranz ..ich kann Dich da schon verstehen …manche Dinge muß man einfach (mal? 😉 ) gehabt haben ….
    Ich finde es wu8nderschön das die Vorweihnachtszeit , die Zeit Der Wunder…Dir Kraft gibt…überhaupt ..Du bist ganz einzigartig in Deiner Art und wie Du das Leben mit all seinenFacetten angehst ..Du warst mir in diesem Jahr damit ein ganz großes Vorbild und hast mir in mancher schwerer Stunde sehr geholfen…Danke.

    Fühl Dich gedrückt. ganz liebe Grüße
    Gelik
    p.s. sorry für die vielen Schreibfehler

  5. Ursula

    3. Dezember 2019 at 09:51

    Wie wahr! Soo schön geschrieben.
    Unser letztes Jahr war wahrlich auch nicht einfach…aber wie du es schreibst, so herzerwärmend (und dabei kennen wir uns gar nicht…)
    Liebe Grüße
    Ursula

  6. Christin

    3. Dezember 2019 at 09:59

    Ach Jenni, du berührst einfach die Herzen…du hast so recht und ich hoffe, dass du weiterhin so viel Kraft hast!
    Fühl dich gedrückt!

  7. scrapkat

    3. Dezember 2019 at 12:02

    Ach Jenni,
    Du schreibst immer wieder so wunderbar aus dem Herzen, daß es garnicht anders geht, als daß es einen berührt! ❤️ Ich hab auch schon mit einer Freundin gemeinsam heulend am Sofa gesessen und in Erinnerungen geschwelgt. Es tut weh und gut gleichzeitig!
    Gruß scrapkat

  8. Sabrina Rosenkranz

    3. Dezember 2019 at 14:25

    Du bist so unfassbar stark! Finde es toll, wie du schreibst und Anderen damit Mut zuprichst. Mich hat Deine “Geschichte” sehr berührt.
    Alles Liebe und eine schöne Adventszeit.
    Sabrina

  9. Tanja

    3. Dezember 2019 at 15:39

    Ach Jenni, du schreibst immer soooo schön! Mein Paps ist ziemlich genau vor fünf Jahren von uns gegangen und ich denke in dieser Zeit viel an ihn. Aber immer mit einem Lächeln im Gesicht! 🙂 Fühl Dich gedrückt! Tanja

  10. Petra

    3. Dezember 2019 at 16:48

    Liebe Jenni, gerade ein paar Tränen in den Augen, aber auch Freude und Kraft verspürt.

    1. Filzi

      3. Dezember 2019 at 22:43

      Tränen in den Augen. Ich habe für meinen hier gar keinen Platz gefunden. Schön war die gemeinsame Zeut, die wir miteinander verbracht haben. Auf bald Drückerle Heidrun

  11. Irmi

    3. Dezember 2019 at 19:30

    Liebe Jenni, wir feiern dieses Jahr auch zum ersten Mal Weihnachten ohne unseren Papa. Er ist ganz plötzlich im August zu den Engeln gegangen. Wir, meine 2 Kinder und ich versuchen ein e schöne Adventszeit zu haben. Er mochte sie so gerne.
    Wie du schreibst. Es tut weh, aber es sind die schönen Erinnerungen die uns weinen lassen!

  12. Susanne

    3. Dezember 2019 at 20:09

    Liebe Jenni,
    Du schreibst so schön.
    Ich freue mich, dass es Dir gut geht und wünsche Dir weiterhin viel Kraft.
    Viele liebe Grüße
    Susanne

  13. HeikeM

    4. Dezember 2019 at 16:01

    Schön, dass Du wieder da bist… ich denke immer wieder an Dich und schicke ein kurzes Gebet für Dich und deine Lieben zum Herrn. Und ich weiß so gut, wovon Du schreibst… das erste Weihnachten ohne meine Mutter… das 2. ohne eine Freundin, … das 4. ohne meinen Neffen……
    Dankbarkeit für wunderbare Augenblicke und so Vieles…. die klaffende Lücke, die da ist, und die nicht geschlossen werden kann, man gewöhnt sich nur allmählich dran, dass sie da ist….
    es ist genau, wie Du schreibst… und es ist so gut, wenn man die Hoffnung hat, die über den Tod hinaus geht, ein Wissen, wo die Liebsten sind, kein Hoffen, Zagen, Bangen, sondern ein Wissen….
    fühl dich umärmelt und mach es dir schön, nimm dir die Zeit für alle Tränen und alle Freude und Dankbarkeit, das ist genau richtig.
    Danke für Dein Teilen!
    HeikeM

  14. Beate Harzenmoser

    5. Dezember 2019 at 15:22

    Liebe Jenni, wahre Worte und ich hab Pipi in den Augen obwohl ich Euch gar nicht persönlich kenne, meine Oma starb am 26.12.05, ganz plötzlich …. mein Trost, wir waren bis zum letzten Atemzug bei ihr und ich vermisse sie immer noch … auch meine anderen Grosseltern …trotzdem wünsche ich Euch eine schöne Adventszeit mit vielen Erinnerungen an deinen Schatz ❤️ Herzliche Grüsse aus der CH , Beate aus dem Heidiland

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